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Fotobuch von Saal-Digital – ein persönlicher Test

18. Juni 2017 Keine Kommentare

Kürzlich habe ich die Möglichkeit erhalten, ein Fotobuch von Saal-Digital zu testen. Ein Gutschein über 25€ sollte mich dazu bewegen, die Produktqualität ohne Risiko kennen zu lernen.

Dazu musste ich zunächst die Software von Saal-Digital herunterladen und installieren. Sie wird sowohl für Windows als auch für Mac angeboten. Da sie Adobe Air basiert, einer Pseudo-Plattformunabhängigen Laufzeitumgebung, ist es damit möglich, mit nur einem Quelltext unterschiedlichen Umgebungen zu bedienen. Die Runtime für Adobe Air ist in dem Installationspaket direkt mit enthalten.

Mit der Software lassen sich nicht nur Fotobücher, sondern auch Fotoabzüge, Poster, Kalender, Wandbilder und Fotogeschenke erstellen. In den letzten Jahren habe ich schon etliche Fotobücher erstellt und mich dabei auf drei unterschiedliche Anbieter konzentriert. Somit kann ich bei dieser Betrachtung auf einige Erfahrungen mit der Software anderer Anbieter zurückgreifen.

Saal ist nicht der einzige Anbieter, der auf Adobe Air vertraut. Trotz der zusätzlichen Softwareschicht für die Air-Runtime läuft die Software auf einem 2012er Mac mit 4 GB RAM und 500GB Festplatte recht flüssig. Auf dem 13″ Monitor ist allerdings recht wenig Platz für die einzelnen vorgegebenen Spalten. Man kann zwar die Breite der Spalten verändern, aber nur komplette Spalten ausblenden und nicht nur einzelne, nicht benötigte Widgets (wie Beispielsweise in Photoshop oder gimp). Die linke Spalte wird somit in jedem Fall benötigt, da man von dort aus die einzelnen Fotos frei auf den Seiten platziert. Das geschieht mittels Drag-and-Drop. An einem Raster kann man die Bilder (oder auch Texte) einrasten lassen, ist aber nicht daran gebunden. Alle Komponenten dürfen frei auf den Seiten platziert werden. Es gibt aber auch Layout-Entwürfe, die man nutzen kann, um die Bilder auf den Seiten anzuordnen. Zudem gibt es nach Themen designte Layouts (z.B. Baby, Urlaub, Familie). Weitere Design-Elemente, die man nutzen kann, sind Clipart und Seitenhintergründe. Ich persönlich nutze solche Design-Elemente gar nicht. Auch eigene Fotos können als Seitenhintergrund genutzt werden.


Fotos können frei skaliert auf den Seiten platziert werden. Die Software bietet auch die Möglichkeit, Bilder selbst zuzuschieben oder sogar eine Basis-Bildbearbeitung um z.B. die Helligkeit zu korrigieren.

Es können jederzeit Doppelseiten in das Buch eingefügt oder entfernt werden. Den Preis kann man jederzeit am unteren Bildschirmrand sehen.

Für eingefügte Texte wird direkt eine Rechtschreibkontrolle durchgeführt und unbekannte Worte rot unterstrichen. Die Texteingabe ist allerdings wenig intuitiv gelöst. Auch die Umsetzung der Text-Löschung. Hier sollte dringend vom Design her nachgebessert werden.

Ich empfehle, die abschließende Sichtkontrolle des Buchs durch eine Person durchführen zu lassen, die bei der Erstellung nicht beteiligt war. Tippfehler im Buch führen unweigerlich zu dauerhaftem Ärger. Des Weiteren sollte die Sichtkontrolle an einem möglichst großen Monitor durchgeführt werden. Viele aktuelle Fernseher haben Beispielsweise die Möglichkeit, an einen Computer angeschlossen zu werden. Besonderes Augenmerk gilt dann dunklen Bildern und Bildpartien. Das ist dem Umstand geschuldet, die Farben am Bildschirm aus Lichtwellen zusammengesetzt werden und gemeinsam Weiß ergeben, während im Druck die stofflichen Farben gemeinsam Schwarz ergeben. Im Zweifel einfach ein dunkles Bild zunächst im Supermarkt oder Drogeriemarkt als Foto ausdrucken lassen und die Qualität beurteilen, bevor es in das Fotobuch aufgenommen wird. Ggf. in der Fotobuchsoftware (oder einer Bildbearbeitungs-Software wie Apple Fotos, Photoshop, Photoshop Elements, gimp) das Bild etwas aufhellen.

Für mein Test-Fotobuch habe ich Bilder aus den letzten 15 Jahren gewählt. Es sind alte Handy-Fotos, alte Digital-Fotos bis hin zu modernen Handy-Bildern und bearbeiten Bilder aus sehr guten digitalen Spiegel-Reflex Kameras. So war insbesondere der Qualitätsunterschied zwischen den Bildern interessant und wie die Software damit umgeht. Die Software weist automatisch darauf hin, wenn die Qualität der Bildes für die gewählte Größe nicht ausreichend ist.

Zum Schluss kommt dann der Versand von Bildern und Gestaltung an das Saal-Labor über die bestehende Internet-Verbindung. Je nach Datenmenge und Bandbreite der eigenen Internet-Verbindung dauert das einige Zeit. In meinem konkreten Fall lief der Upload über Nacht. Ich kann somit nicht sagen, wie lange es exakt gedauert hat. In jedem Fall waren es mehrere Stunden. Da die Bestell-Informationen aber vor dem Upload abgefragt werden, ist das nicht weiter tragisch. Dei Bestell-Endkontrolle kann man ja auch am nächsten Morgen machen. 🙂

Leider bekommt man keine eMail zugesandt, aus der der Fortschritt, Versandtermin und Versandnummer hervorgehen. So kam das Buch leider zu einem Zeitpunkt, zu dem niemand es entgegennehmen konnte und musste 3 Tage später bei der Post abgeholt werden.

Das Buch kam eingeschweißt in eine Klarsichtfolie, die wiederum in einem Polsterflies steckte, welches in einem soliden Versandkarton auf den Postweg gegeben wurde. Somit kam das Buch unversehrt hier an.

Gedruckt wurde das Buch auf Papier mit einer Anmutung von echten belichtete Fotos und in einer Flachbindung gebunden, so dass man die Seiten flach vor sich hat. Daher kann man sogar doppelseitige Panoramen in das buch aufnehmen. Die Bindung macht einen soliden Eindruck. Der Karton-Umschlag ist ebenfalls solide ausgeführt.

Unschön finde ich, dass die Deck-Kartons auf ihrer Innenseite bedruckt sind. Das wirkt in meinen Augen billig und unprofessionell. Als erste und als letzte Innenseite erwarte ich eine komplett leere Seite zum Schutz. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt am Buch.

Für die Gestaltungssoftware wünsche ich mir eine flexiblere Oberfläche, so dass man die Elemente frei anordnen kann und die nicht benötigten Elemente ausblenden kann und nicht wie heute nur komplette Spalten.

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