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Ein paar persönliche Gedanken zu Fotobüchern bzw. verschiedenen Herstellern von Fotobüchern

Eine kleine Ausxwahl von meinen Fotobüchern

Kürzlich hat mich ein Freund gefragt, ob ich für seinen Blog nicht ein paar Zeilen über Fotobücher beisteuern könnte, da er selbst ausschließlich Blurb für seine Bücher nutzt und ich in der Vergangenheit bei einigen Herstellern Bücher bestellt habe. Das habe ich nun genutzt, um mal zusammenzufassen, welche Erfahrungen ich bisher mit fotobuchherstellern gemacht habe. Hier in meinem Blog finden sich ja schon einige Fotobuch-Tests. Aber damit sind längst nicht alle Hersteller abgedeckt, bei denen ich schon bestellt habe. Dieser Post ist in keinster Weise gesponsort!

In den letzten Jahren habe ich über 40 Fotobücher erstellt. In der Regel handelt es sich um Bücher im Format DIN A4 quer mit Hardcover im Digital-Druck, allerdings sind vereinzelt auch Bücher mit Spiralbindung (2), DIN A4 hoch (2) und quadratische Hardcover-Bücher mit 30 cm bzw. 15 cm Seitenlänge (je 1) dabei. Auch Bücher mit Fotopapier sind dabei (ca. 10). Meist sind mir die Seiten dabei aber zu dick, so dass ich Digital-Druck bevorzuge.

Die Hersteller der Fotobücher in alphabetischer Reihenfolge sind:

Albelli (Niederlande)
bilder.de (Nachtrag vom 08.05.2020 im separaten Beitrag)
Blurb (USA)
Lidl
MyPhotobook
Pixelnet / Orwo.Net
Photobox (Frankreich)
Saal-Digital

Die Hersteller, bei denen ich kein Land notiert habe, sind zumindest in Deutschland gegründet worden. Wo die Produktionsstätte ist, läßt sich damit aber noch nciht ableiten. Zumindest bei Saal-Digital läuft einiges in Polen. Ich habe auch mit weiteren Anbietern zusammen gearbeitet, allerdings mit anderen Produkten als Fotobüchern.

Die Anbieter im Einzelnen
Meine ersten Fotobücher habe ich bei MyPhotobook bestellt. Für die Bucherstellung kam damals eine mit Adobe Air realisierte Software zum Einsatz und somit auf MacOS und Windows-PCs gleichermaßen lauffähig war. Die Druckqualität und die Lieferzeit waren gut.

Bei Büchern, wo es mehr auf den Preis ankam, habe ich Lidl genutzt. Die Software war bis auf die Logos und Farben identisch und auch das Ergebnis kaum von MyPhotobook zu unterscheiden. Der einzige sichtbare Unterschied ist die Stärke der Deckel-Pappe. Im direkten Vergleich mit MyPhotobook und Albelli wirken die Lidl-Bücher dadurch aber auch billiger.

Da ich einen Rabattcode für Albelli bekommen habe, die immer wieder mal im Internet verteilt werden, habe ich dort auch mal bestellt. Auch hier war die Software mittels Adobe Air realisiert. Meiner Meinung nach ist die Qualität des Drucks deutlich höher als bei den beiden vorherigen Anbietern. Daher habe ich in der Folgezeit fast ausschließlich hier bestellt.

Blurb habe ich bisher nur für ein Projekt genutzt, wo es neben den Fotos auch einen ausgeprägten Text-Teil gab. Texte in herkömmlicher Fotobuch-Software zu setzten ist schwierig. Da Blurb aber aus dem Bereich der traditionellen (self-publishing) Bücher kommt und sein Portfolio erst um Fotobücher ergänzt hat, läßt sich das da besser umsetzten. Allerdings ist Blurb auch der teuerste Anbieter, auch bei den Versandkosten, unter den von mir bisher genutzten Anbietern. Die Gestaltungssoftware ähnelt einer Lite-Version einer DTP-Software.

In den letzten 3-4 Jahren habe ich viel bei Saal-Digital bestellt. Hier im Blog finden sich einige detaillierte Erfahrungsberichte (hier, hier, hier und hier), so dass ich das hier nicht weiter ausführen möchte.

PixelNet könnte Saal-Digital als Standard-Lieferant ablösen. Die Druckqualität ist gut, es gibt kein Logo außen auf dem Buch und Orwo ist ein deutscher Hersteller aus Bitterfeld. Die Software belegt allerdings gut 1,8 GB auf der Festplatte zuzüglich der Themen-Packs (wenn man sie denn braucht). Auf meinem Mac wirkt sie optisch allerdings etwas fremd, was dem QT-Framework geschuldet ist, auf dem sie aufbaut.

Dass ich regelmäßig auch bei Photobox bestelle, liegt daran, dass sie als Alleinstellungsmerkmal die gestanzten Cover mit den Jahreszahlen haben. Eine Erstell-Software zum installieren auf dem lokalen PC gibt es nicht und die webbasierte Software im Browser läßt mit ihren Möglichkeiten arg zu wünschen übrig. Zudem sind die Bücher recht hochpreisig, so dass ich vor Weihnachten immer auf die Aktion warte, dass man Guthaben mit Rabatt im Voraus kauft und bis zu 3 Monate Zeit für die Bucherstellung hat. Da ich ‚nur‘ das Jahrbuch erstelle, passt das für mich. Bei der Auswahl der Bilder versuche ich möglichst viel vorzubereiten, dass ich die Bilder nur noch derReihe nach den Seiten zuweisen brauche. Ob es allerdings ein 2020 Buch von Photobox geben wird, ist mir noch nicht klar, da im 2019er Buch ein paar Mängel in der Druckqualität festzustellen ist: Abrisse im Farbverlauf, Flecken und fehlende Strukturen in den dunklen Bereichen.

Fast alle Hersteller drucken auf der Buchrückseite ihr Logo ab. Blurb und Saal-Digital bieten gegen Aufpreis den Entfall des Logos an. Pixelnet druckt nur einen kleinen Barcode auf die Rückseite.

Ich habe oben ja schon gesagt, dass ich in der Regel Hardcover-Bücher bestelle. Sie sollen so solide sein, dass die Bücher nicht schon nach 2- oder 3-maligem Durchblättern gebraucht aussehen. Eine Ausnahme sind die Bücher, die meine Frau als Anschauungsmaterial bei der Arbeit benutzt. Hier ist die Spiralbindung erheblich besser geeignet.
Layflat scheint aktuell ein Thema zu sein, dass den Herstellern wichtig ist. Ich habe es auch mal ausprobiert, aber in der Regel brauche ich es nicht.

Was mir bei Fotobüchern wichtig ist:
– Hardcover
– Querformat
– stabile Bindung
– Farbtreue
– Farbverläufe ohne Abrisse
– sauberer Druck ohne Flecken
– Strukturen auch in den dunklen Bereichen
– Leer-Seiten (Buchspiegel, Versatz, Vakantseiten) zwischen Deckel und Buchkörper
– kein Hersteller-Logo
– Wahlmöglichkeit Digital-Druck oder Fotopapier (= dicke Seiten)

Dazu kommt die Anforderung eine Software zu haben, die mich beim Erstellen des Buchs unterstützt. Das heißt:
– Ausrichten der Bilder zueinander (z.B. gleichmäßiges ausrichten am oberen Rand des zuerst ausgewählten Bildes)
– Verteilung der Bilder gleichmäßig auf der Seite horizontal oder vertikal
– Text-Boxen mit Größen- und Ausrichtungs-Wahl
– Vorlagen mit 1, 2, 3, 4 usw. Bildern pro Seite
– Umsortieren / Verschieben von Seiten
– Einfügen bzw Löschen von Einzelseiten (und nicht Doppel-Seiten)
– freies positionieren von Objekten (Bilder und Text)
– drehen / kippen von Objekten
– direkte Anzeige des Preises beim Erstellen
– verschiedene Schriften (Schriftarten, Fonts und Schriftstile)

Fazit:
Von den Büchern, die ich im Laufe der Jahre gekauft habe, war keines ein Total-Ausfall. Bei MyPhotobook, Lidl und Albelli habe ich seit einiger Zeit nichts mehr bestellt und kann daher zur aktuellen Qualität nichts sagen. Ich glaub aber nicht, dass sie schlechter geworden ist.
Saal-Digital hat eine gute Druckqualität, aber die Bücher wirken minderwertig durch ihre Machart (siehe letzte 3 Abschnitte im verlinkten Artikel).
Bei Photobox war die Software schon immer ein Ärgernis. Da jetzt auch noch die Qualitätsmängel hinzugekommen sind, war das wahrscheinlich meine letzte Bestellung.
Pixelnet scheint hingegen diese Lücke zu füllen, kann dem Alleinstellungsmerkmal von Photobox aber nichts vergleichbares entgegensetzten, aber für die normalen Bücher ist es aber eine gute Alternative zu Saal-Digital.

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